Die Evolution aus der Perspektive der Psychoneuroimmunologie bietet interessante Einblicke in die Entwicklung der Wechselwirkungen zwischen psychologischen Prozessen, dem Nervensystem und dem Immunsystem über die Zeit.
Sie betrachtet, wie evolutionäre Anpassungen in diesen Systemen dazu beigetragen haben, das Überleben und die Fortpflanzung von Individuen zu sichern.
Nur aufgrund von Veränderungen der äußeren Gegebenheiten wie beispielsweise des Klimas oder der Verfügbarkeit von Nahrung haben sich die menschlichen Systeme über Jahrtausende verändert und angepasst. Hauptsächlich haben sich jene Gene, die Vorteile bringen, durchgesetzt.
Nur wenn man diese Grundlagen mit einbezieht, versteht man, warum zum Beispiel gewisse Lebensmittel, die wir bereits seit 100.000 Jahren zu uns nehmen, viel besser vertragen werden als jene, die wir erst seit 5.000 Jahren konsumieren. Dass industriell hergestellte und verarbeitete Stoffe, die gerade mal 20 oder 30 Jahre alt sind, für unser Immunsystem und unseren Darm der größte Feind sind, ist mit diesem Basis Wissen sehr gut zu verstehen.
Dieses evolutionäre Wissen wird in der klinischen Psychoneuroimmunologie als Grundlage für alle Interventionen genutzt.